Wenn Menschen ihren Alltag nicht mehr selbständig bewältigen können und auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind, dann sehnen sie sich nach einem Ort, an dem sie sich geborgen und verstanden fühlen.
Das Perthes-Haus Hamm bietet einen solchen Ort, an dem der Lebensabend bei guter Pflege und Versorgung ausgefüllt und friedlich gelebt werden kann. In 48 Einzel- und 8 Doppelzimmern bietet der im Jahr 2002 errichtete Neubau Platz für 64 Männer, Frauen und Paare. Jedes der hell und freundlich eingerichteten Zimmer verfügt über ein geräumiges Badezimmer. Eigene Möbel können mitgebracht werden.
Neben einem großen Tagesraum, in dem auch Veranstaltungen stattfinden, gibt es verschiedene, gemütliche Aufenthaltsbereiche, die zudem mit einer Terrasse oder einem Balkon ausgestattet sind. Im abwechslungsreich und großzügig gestalteten Außenbereich, laden idyllisch angelegte Wege und Sitzgruppen unter schattigen Bäumen zum Spazieren gehen und Verweilen ein.
Das Perthes-Haus liegt zwei Kilometer östlich der Stadtmitte in gehobener Wohngegend. Öffentliche Verkehrsmittel befinden sich direkt vor der Haustür. Schnell erreichbar sind die Naherholungsgebiete Maxipark und Kurpark.
Das Perthes-Haus hat seinen Pflegeschwerpunkt auf pflegebedürftige Menschen mit chronischen Suchterkrankungen ausgelegt. Ihre Lebensgeschichte weist oft Brüche auf und ist vom Verlust der Arbeit, Wohnung und Familie gekennzeichnet.
Wir kennen die Folgen dieser besonderen Lebensverhältnisse, die mit sozialen Schwierigkeiten bei der Gestaltung des Alltags und im Umgang mit anderen Menschen einhergehen. Unsere Bewohnerinnen und Bewohner haben oft langjährige soziale Isolation erlebt. Das Wissen um diese Ausgangssituation bestimmt den Pflegeansatz für unsere Mitarbeitenden.
Im unserem Haus sorgen deshalb feste Regelen dafür, dass jeder Einzelne seinen Alltag bewältigen kann. Wir arbeiten täglich an der Erhaltung und Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Förderung der Wahrnehmung. Unser besonderes Augenmerk gilt der individuellen Körperpflege. Selbst schädigendes Verhalten der Bewohnerinnen und Bewohner wird reduziert und der Alkoholkonsum gezielt gesteuert: Sie haben die Möglichkeit, am Programm „Kontrolliertes Trinken" teilzunehmen.
Dies ist ein spezielles Angebot in unserem Haus. Aufgrund unserer jahrelangen Erfahrung mit Menschen, die einen problematischen Umgang mit Alkohol haben, haben wir dieses Angebot zusammen mit dem Heimbeirat entwickelt. Die Teilnahme ist freiwillig.
Wird bei einzelnen Bewohnerinnen oder Bewohnern durch die Bezugsperson ein kritisches Trinkverhalten festgestellt, wird in einem gemeinsamen Gespräch das Angebot vorgestellt. In gemeinsamer Absprache wird festgelegt, wie viel Alkohol der Betreffende benötigt und zu welchen Tageszeiten die Ausgabe erfolgen soll. Durch das Haus wird dann der Alkohol für den Bewohner oder die Bewohnerin eingekauft und eingeteilt. Zudem werden in einer schriftlichen Vereinbarung die erfolgten Absprachen und ein abgestimmtes Vorgehen bei nicht Einhalten der Absprachen verbindlich festgehalten.
Wichtige Zielsetzungen sind die Reduzierung von exzessivem Trinken und damit die Stabilisierung der gesundheitlichen Situation der Betreffenden. Ebenso wird damit die Verbesserung der finanziellen Situation der Einzelnen und eine allgemeine positive Veränderung im Umgang mit- und untereinander verfolgt.
Wir
- arbeiten mit pflegerischen Konzepten, die auf die speziellen Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt sind.
- orientieren uns an aktuellen Erkenntnissen der Alters- und Pflegewissenschaften
- berücksichtigen in hohem Maße die Pflege von suchterkrankten Menschen
- widmen uns sehr intensiv der Biographie jedes Bewohners
- bilden uns für die Sterbebegleitung fort
- sorgen mit einem internen Qualitätsmanagement für eine größtmögliche Transparenz der Arbeit nach Außen
- ermöglichen durch klare Führungsleitlinien und supervisorische Begleitung eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit und gleich bleibende Qualität der Pflege
Unsere Bewohnerinnen und Bewohner sind an der Gestaltung des Heimalltages beteiligt. Dazu gehören die Mitwirkung im Heimbeirat, die Mitgestaltung der Freizeit- und Beschäftigungsprogramme und ein Mitspracherecht beim Erstellen des Speiseplans.
Gruppenaktivitäten stärken das Gemeinschaftsgefühl. In Therapie- und Werkräumen wird gebastelt und kreativ gestaltet. Auch Besuche in Tanzcafés stehen auf dem monatliche Veranstaltungskalender. In den Wintermonaten werden Kegelnachmittage angeboten, ganzjährig gibt es Filmvorführungen. Kochgruppen planen ihre eigenen Speisen und bereiten diese individuell zu. Geburtstage werden in unserem Haus nach persönlichen Wünschen und Vorstellungen der Bewohnerinnen und Bewohner gefeiert. Regelmäßig finden Hausgottesdienste statt.
Die persönliche Würde wiederzugewinnen oder zu erhalten: darauf legen unsere Mitarbeitenden besonderen Wert. Die Achtung vor dem alten Menschen und seinen Erfahrungen prägt die Pflege.
Unser Personal baut ein Vertrauensverhältnis zu den Bewohnerinnen und Bewohnern auf und berücksichtigt dabei ganz besonders die persönliche Lebensgeschichte des einzelnen Menschen. Das Perthes-Haus ist in vier Wohnbereichen gegliedert und es gibt für jeden Bewohner, jede Bewohnerin eine feste Bezugsperson.
Beschäftigungstherapeutische Maßnahmen wie Werken, Kochen oder die Pflege der Außenanlagen fördern vorhandene Ressourcen und vermitteln persönliche, sichtbare Erfolge und Selbstachtung. Kontakte, die außerhalb des Hauses bestehen, werden von uns nachhaltig unterstützt.
Der Tagesablauf ist sinnvoll und abwechslungsreich gestaltet. Halbtags- und Tagesausflüge führen in die nähere Umgebung. Traditionelle Feiern zu Ostern, Karneval, Erntedank, Advent und Weihnachten runden das Programm ab. Höhepunkte des Jahres sind das große Sommerfest und eine mehrtägige Urlaubsfahrt.
Unser Haus freut sich über eine kontinuierliche Unterstützung und Begleitung der Bewohner und Bewohnerinnen durch Ehrenamtliche. Durch die Ehrenamtlichen wird z.B. ein Kioskbetrieb angeboten, so dass die Menschen in unserm Haus, die nicht mehr so mobil sind, sich auch mit alltäglichen Dingen versorgen können. Es werden Arztfahrten begleitet und regelmäßig ein Spieleabend gemeinsam mit ehrenamtlicher Unterstützung angeboten.
Auch eine persönliche Begleitung beim Spazierang oder beim Vorlesen kann so realisiert werden. Unsere ehrenamtlichen Helfer kommen aus den umliegenden Gemeinden und sind im Alter von 19 Jahren bis zu über 70 Jahren. Besonders freuen wir uns, dass die Ehrenamtlichen schon über lange Zeit in unser Haus kommen und dadurch viele persönliche Kontakte wachsen.

