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Neujahrsempfang des Evangelischen Perthes-Werks e. V.:

„Liebe Deinen Nächsten, er ist wie Du"

Epiphanias-Konferenz 2016 in Kamen mit 380 Teilnehmenden +++ Festpredigt Präses Annette Kurschus +++ Referat von Staatssekretär Karl-Josef Laumann

Das Evangelische Perthes-Werk e. V. begrüßte 380 Gäste zu seinem traditionellen Neujahrsempfang. Aus ganz Westfalen waren die Teilnehmenden nach Kamen gekommen, um den Blick auf das beginnende Jahr zu richten, darunter zahlreiche Vertreter aus Politik, Kirche und Diakonie.

Der Tag begann in der Pauluskirche mit einem Festgottesdienst, der von Pfarrer Rüdiger Schuch eröffnet und liturgisch geleitet wurde. Die Präses der Evangelischen Landeskirche von Westfalen Annette Kurschus hielt eine einfühlsame Festpredigt. Inhaltlich orientiert an Markus 12, 31 („Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst") schilderte sie bildhaft und eindrücklich persönliche Beobachtungen von Ausgrenzungserfahrungen. „Man muss nicht aus Syrien kommen oder Aishe heißen, um sich in diesem Land fremd zu fühlen. Es reicht schon, wenn Deine Eltern arbeitslos sind oder wenn Du keinen Schulabschluss hast." Die Fremdheit dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es eine grundsätzliche Gleichheit aller Menschen als geliebte, einmalige Geschöpfe Gottes gebe. Diese Haltung finde ihren Ausdruck auch im Auftrag und in der Arbeit des Perthes-Werks.
Die musikalische Gestaltung lag in den Händen der Evangelischen Jugendkirche Hamm unter der Leitung von Ulrike Egermann und dem Bläserensemble unter der Leitung von Landesposaunenwart Daniel Salinga.

Beim anschließenden Empfang in der Kamener Stadthalle erläuterte der Vorstandsvorsitzende des Ev. Perthes-Werks e. V. Pfarrer Rüdiger Schuch die gegenwärtigen Herausforderungen des westfalenweit tätigen, diakonischen Unternehmens. „Unsere quartiersbezogene Arbeit findet stets im Spanungsfeld von Fachlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Christlichkeit statt. Den Auftrag unserer Kunden qualifiziert zu erfüllen ist unser Ziel. Den Alltag der uns anvertrauten Menschen und deren Angehörigen zu erleichtern, Lebensqualität zu erhalten und zu steigern, fachliche Hilfe anzubieten, ein Höchstmaß an Selbständigkeit und selbstbestimmtes Handeln zu ermöglichen: Das ist unser Anspruch an uns selbst." Er dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den ehrenamtlichen Mitarbeitenden, den Kuratoriumsmitgliedern und den Mitgliedern des Verwaltungsrates.

Moderiert von dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Wilfried Koopmann hielt Staatssekretär Karl-Josef Laumann den Fachvortrag des Tages. Eloquent und anschaulich äußerte er sich als Bundesbeauftragter für die Belange der Patientinnen und Patienten zum Thema „Herausforderungen in der Pflegeversicherung und Kommunalpolitik in einer älter werdenden Gesellschaft". Das entscheidende Kriterium zur Lösung der Herausforderungen sah er nicht in der Finanzierung sondern in der Fachkräftefindung. Mit zahlreichen Praxisbeispielen untermauerte er seine Argumente für eine Generalistik in der Kranken- und Altenpflegeausbildung. Außerdem sei die Anerkennung von Pflegeberufen ein überfälliger Schritt: „Pflege muss auf Augenhöhe gebracht werden mit anderen Berufen!" Darüber hinaus müssten Pflegeausbildungen in allen Bundesländern kostenlos angeboten werden. Laumann nahm pointiert Stellung: Er votierte für die Einrichtung von „Pflegekammern" und für den Ausbau der Tagespflege, um die häusliche Pflege nachhaltiger zu unterstützen. Zudem forderte er die Träger auf, sich mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff auseinanderzusetzen, der ab 2017 in Kraft tritt. Es folgte ein lebendiger Austausch mit Fragen aus dem Publikum.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Jugend-Big-Band „High Vol(u)me" und ihrer Sängerin Lucia Sikora aus Kierspe. Angeregte Gespräche und kulinarische Köstlichkeiten rundeten den gelungenen Tag ab.

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Bericht des Vorstandsvorsitzenden

Rüdiger Schuch berichtete auf der Mitgliederversammlung des Evangelischen Perthes-Werkes e. V. über aktuelle Entwicklungen und Schwerpunkte.

Lesen Sie nachstehend den ausführlichen Artikel:

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Evangelisches Perthes-Werk, Diakonie Münster und Johanneswerk fordern bessere Bedingungen für die Pflege

Diakonie veranstaltete bundesweiten Aktionstag zur Altenpflege und verschickte Forderungen für ein Rettungspaket Altenpflege an das Bundesgesundheitsministerium

„Wir fordern die neue Bundesregierung auf, endlich das Thema Pflege anzupacken und bessere Rahmenbedingungen für Pflegekräfte, Pflegedürftige und pflegende Angehörige zu schaffen", sagte Silke Beernink, Geschäftsbereichsleiterin des Geschäftsbereiches Perthes-Altenhilfe Nord im Evangelischen Perthes-Werk e. V. am Montag in Münster. „Am 12. Mai, dem Internationalen Tag der Pflege, fordern wir deshalb von der Politik das Rettungspaket für die Altenpflege!". Dazu versammelten sich Mitarbeitende, pflegebedürftige Menschen und Angehörige vor der Lambertikirche in Münster und stapelten symbolisch große Rettungspakete aufeinander. Außerdem haben sie hunderte von Forderungen und Wünschen gesammelt und in einem Paket an das Bundesgesundheitsministerium in Berlin geschickt. Am Aktionstag Altenpflege der Diakonie beteiligten sich bundesweit über 3.500 diakonische Anbieter von Altenpflege.

„Jeder Mensch möchte am Ende seines Lebens in Würde gepflegt werden. Es darf nicht vom Geldbeutel abhängen, ob man sich das leisten kann", betonte Herr Ulrich Christofczik, Diakonie RWL. Pflegekräfte bräuchten faire Bezahlung und bessere gesellschaftliche Anerkennung. "Nur so können wir mehr Menschen für diesen Beruf gewinnen." Dazu gehörten auch eine qualifizierte Ausbildung und attraktive Aufstiegsmöglichkeiten. Unverzichtbare Arbeit leisteten die vielen pflegenden Angehörigen. Sie müssten stärker entlastet und wertgeschätzt werden. „Um dies alles zu erreichen, muss die Pflege finanziell gestärkt werden. Hierfür zu sorgen, ist Aufgabe der Politik", erklärte Christofczik.

Die Diakonie hatte bundesweit ihre Pflegeheime und Pflegedienste aufgerufen, am Internationalen Tag der pflege am 12. Mai 2014 auf die kritische Situation im Pflegebereich aufmerksam zu machen und von der neuen Bundesregierung ein Rettungspaket für die Altenpflege zu fordern.