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"Ehrenamt ist Hauptwerk, nicht Beiwerk!"

Gelungener Dankeschön-Tag des Ev. Perthes-Werks e. V.+++ Über 500 begeisterte Gäste in der Stadthalle Kamen +++ Festvortrag von Prof. Dr. Rita Süßmuth

(Münster/Kamen, 09.06.2016) Mit einer Festveranstaltung bedankte sich das Evangelische Perthes-Werk gestern bei den vielen Ehrenamtlichen, die seine Einrichtungen unterstützen. Gut 550 der westfalenweit knapp 1200 ehrenamtlich Tätigen waren der Einladung zu diesem ersten zentralen Dankeschön-Tag in die Kamener Stadthalle gefolgt. Nach einem Gottesdienst, den der Vorstandsvorsitzende des Werks Pfarrer Rüdiger Schuch hielt, fand der inhaltliche Höhepunkt der Veranstaltung statt. Bundestagspräsidentin a. D. Prof. Dr. Rita Süßmuth nahm in ihrem Festvortrag "Zur Bedeutung des Ehrenamts" Stellung.

"Die Weit kann sich sehr verändern, wenn wir diejenigen nicht alleine lassen, die unserer Hilfe bedürfen", betonte Süßmuth. Das Engagement der Vielen halte eine Gesellschaft zusammen. "Wir haben viel an Menschlichkeit eingebüßt in den vergangenen Jahrzehnten - nun gilt es, Stück für Stück wieder menschlicher zu werden." Der Zeitgeist sei heute zunehmend auf persönlichen Vorteil ausgerichtet. Doch in der aktuellen Flüchtlingskrise habe sich gezeigt, wie stark ehrenamtliches Engagement wirken kann. "Ohne den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen wären wir in dem Zustrom der Flüchtlinge untergegangen."

Darüber hinaus unterstrich sie die Wechselseitigkeit der Beziehung zwischen dem Menschen, der unterstützt und demjenigen, der Hilfe erfährt. "Es ist ein Geben und Nehmen. Viele Ehrenamtliche sagen, dass sie viel zurückbekommen." Eine Altersgrenze gebe es hier nicht, im Gegenteil seien die auf Lebenserfahrung beruhenden frischen Ideen der Älteren oft sehr wertvoll. Insbesondere ältere Menschen seien heute gerne aktiv und wollten etwas Sinnvolles tun und gebraucht werden. Daher erstaune es wenig, dass das Gros der Ehrenamtlichen des Pethes-Werks aus der Altersklasse 60 - 80 Jahre stammten, zu der - wie Süßmuth augenzwinkernd hinzufügte - sie selbst auch gehöre.

Wichtig sei jedoch ein Grundprinzip bei der ehrenamtlichen Tätigkeit: "Ich darf mich nicht selbst auflösen im Einsatz für andere. Wenn ich selbst nicht mehr kann, kann ich auch anderen nichts mehr geben." Eine entspannte Atmosphäre, in der auch gelacht werden dürfe, nannte Süßmuthals wichtige Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen in den Einrichtungen. Die ehrliche Wertschätzung ehrenamtlicher Leistungen, wie das Perthes-Werk sie an diesem Tage zeige, sei elementar. "Ehrenamt ist nicht Beiwerk sondern Hauptwerk!" Nur zusammen seien die Herausforderungen zu meistern. Abschließend wünschte Sie den Teilnehmenden und dem ganzen Land, sich den Geist zu erhalten: "Gemeinsam schaffen wir das." Der häufig angebrachten Kritik an diesem Kanzlerinnenausspruch setzte sie entgegen: "Wenn wir Christen nicht sagen, wir schaffen das, wer soll es denn dann sagen?"

ln dem voran gegangenen Festgottesdienst sagte Pfarrer Schuch in seiner Predigt: "Sich ausrichten und aufrichten zu lassen - dies gehört ganz besonders zu einem solchen Tag." Er ging auf die biblische Wundergeschichte um die Heilung des blinden Bartimäus ein. Hier strich er besonders die vermeintlich einfache Frage Jesu heraus: "Was willst du, dass ich für dich tun kann?" Genau hierin liege das große Geschenk ehrenamtlicher Tätigkeit. Nicht Hilfen überzustülpen, nicht zu wissen meinen, was dem anderen gut tue, sondern aufmerksam zu sein, zuzuhören und zu fragen. "Haben Sie vielen Dank, dass Sie mithelfen, diese Perspektive immer wieder einzunehmen." Hierbei ging Schuch auch auf die Situation der Flüchtlinge ein." Was würde es bedeuten, diese Frage Jesu den vielen Menschen zu stellen und wirklich offen zu sein für die Antworten?"

Eine Wundergeschichte passe gut zu diesem Tag, denn, so Schuch: "Es ist wahrlich wunderbar, wie Sie mit Ihrer Kraft mithelfen, Menschen im Alter, mit Behinderungen, in sozialen Schwierigkeiten, mit Suchterkrankungen oder in der letzten Lebensphase in unseren Einrichtungen zu unterstützen." Damit hätten die Ehrenamtlichen einen Anteil am diakonischen Auftrag der Kirche. "Sie nehmen sich Zeit und schenken sie weiter, hören ganz in Ruhe zu und helfen mit, dass Menschen sich sicher, aufgehoben und zu Hause fühlen können. Haben Sie dafür ganz herzlichen Dank, Sie tun unendlich wertvollen Dienst!"

Musikalisch wurde der Gottesdienst begleitet vom Bläserensemble unter der Leitung von Landesposaunenwart Daniel Salinga und der Band der Jugendkirche des Evangelischen Kirchenkreises Hamm unter der Leitung von Ulrike Egermann. Besonders berührend war der musikalische Beitrag von Alaa Nakshi, einem syrischen Flüchtling aus Aleppo. Der junge Muslim sang das Lied "Home" von Judy Bailey.

Neben Reden und Grußworten von Hans-Martin Böcker (Superintendent des Kirchenkreises Unna) und Michael Makiolla (Landrat Kreis Unna) kam auch der unterhaltende Anteil des Tages nicht zu kurz. Das Kabarett-Ensemble "Die Bullemänner" sorgten mit westfälischem Witz für viele Lacher und der Chor der Börde-Werkstätten erfreute das Publikum mit Songs wie "An Tagen wie diesem" (Die toten Hosen) und "Applaus, Applaus" (Sportfreunde Stiller). Ein reichhaltiges Buffet und viel Austausch- und Netzwerkmöglichkeiten zwischen den Ehrenamtlichen rundeten den gelungenen Tag ab. Abschließend dankte Schuch insbesondere Sabine Riddermann (Leitung des Stabsbereichs Diakonie, Seelsorge und Ehrenamt), die die Veranstaltung verantwortlich organisiert hatte. Zur Freude der Teilnehmenden stand bereits am Ende fest: Es wird auch zukünftig zentrale Dankeschön-Tage für die Ehrenamtlichen des Werks geben. Der nächste wird im Juni 2018 stattfinden.

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Neujahrsempfang des Evangelischen Perthes-Werks e. V.:

„Liebe Deinen Nächsten, er ist wie Du"

Epiphanias-Konferenz 2016 in Kamen mit 380 Teilnehmenden +++ Festpredigt Präses Annette Kurschus +++ Referat von Staatssekretär Karl-Josef Laumann

Das Evangelische Perthes-Werk e. V. begrüßte 380 Gäste zu seinem traditionellen Neujahrsempfang. Aus ganz Westfalen waren die Teilnehmenden nach Kamen gekommen, um den Blick auf das beginnende Jahr zu richten, darunter zahlreiche Vertreter aus Politik, Kirche und Diakonie.

Der Tag begann in der Pauluskirche mit einem Festgottesdienst, der von Pfarrer Rüdiger Schuch eröffnet und liturgisch geleitet wurde. Die Präses der Evangelischen Landeskirche von Westfalen Annette Kurschus hielt eine einfühlsame Festpredigt. Inhaltlich orientiert an Markus 12, 31 („Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst") schilderte sie bildhaft und eindrücklich persönliche Beobachtungen von Ausgrenzungserfahrungen. „Man muss nicht aus Syrien kommen oder Aishe heißen, um sich in diesem Land fremd zu fühlen. Es reicht schon, wenn Deine Eltern arbeitslos sind oder wenn Du keinen Schulabschluss hast." Die Fremdheit dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es eine grundsätzliche Gleichheit aller Menschen als geliebte, einmalige Geschöpfe Gottes gebe. Diese Haltung finde ihren Ausdruck auch im Auftrag und in der Arbeit des Perthes-Werks.
Die musikalische Gestaltung lag in den Händen der Evangelischen Jugendkirche Hamm unter der Leitung von Ulrike Egermann und dem Bläserensemble unter der Leitung von Landesposaunenwart Daniel Salinga.

Beim anschließenden Empfang in der Kamener Stadthalle erläuterte der Vorstandsvorsitzende des Ev. Perthes-Werks e. V. Pfarrer Rüdiger Schuch die gegenwärtigen Herausforderungen des westfalenweit tätigen, diakonischen Unternehmens. „Unsere quartiersbezogene Arbeit findet stets im Spanungsfeld von Fachlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Christlichkeit statt. Den Auftrag unserer Kunden qualifiziert zu erfüllen ist unser Ziel. Den Alltag der uns anvertrauten Menschen und deren Angehörigen zu erleichtern, Lebensqualität zu erhalten und zu steigern, fachliche Hilfe anzubieten, ein Höchstmaß an Selbständigkeit und selbstbestimmtes Handeln zu ermöglichen: Das ist unser Anspruch an uns selbst." Er dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den ehrenamtlichen Mitarbeitenden, den Kuratoriumsmitgliedern und den Mitgliedern des Verwaltungsrates.

Moderiert von dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Wilfried Koopmann hielt Staatssekretär Karl-Josef Laumann den Fachvortrag des Tages. Eloquent und anschaulich äußerte er sich als Bundesbeauftragter für die Belange der Patientinnen und Patienten zum Thema „Herausforderungen in der Pflegeversicherung und Kommunalpolitik in einer älter werdenden Gesellschaft". Das entscheidende Kriterium zur Lösung der Herausforderungen sah er nicht in der Finanzierung sondern in der Fachkräftefindung. Mit zahlreichen Praxisbeispielen untermauerte er seine Argumente für eine Generalistik in der Kranken- und Altenpflegeausbildung. Außerdem sei die Anerkennung von Pflegeberufen ein überfälliger Schritt: „Pflege muss auf Augenhöhe gebracht werden mit anderen Berufen!" Darüber hinaus müssten Pflegeausbildungen in allen Bundesländern kostenlos angeboten werden. Laumann nahm pointiert Stellung: Er votierte für die Einrichtung von „Pflegekammern" und für den Ausbau der Tagespflege, um die häusliche Pflege nachhaltiger zu unterstützen. Zudem forderte er die Träger auf, sich mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff auseinanderzusetzen, der ab 2017 in Kraft tritt. Es folgte ein lebendiger Austausch mit Fragen aus dem Publikum.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Jugend-Big-Band „High Vol(u)me" und ihrer Sängerin Lucia Sikora aus Kierspe. Angeregte Gespräche und kulinarische Köstlichkeiten rundeten den gelungenen Tag ab.

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Bericht des Vorstandsvorsitzenden

Rüdiger Schuch berichtete auf der Mitgliederversammlung des Evangelischen Perthes-Werkes e. V. über aktuelle Entwicklungen und Schwerpunkte.

Lesen Sie nachstehend den ausführlichen Artikel:

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Evangelisches Perthes-Werk, Diakonie Münster und Johanneswerk fordern bessere Bedingungen für die Pflege

Diakonie veranstaltete bundesweiten Aktionstag zur Altenpflege und verschickte Forderungen für ein Rettungspaket Altenpflege an das Bundesgesundheitsministerium

„Wir fordern die neue Bundesregierung auf, endlich das Thema Pflege anzupacken und bessere Rahmenbedingungen für Pflegekräfte, Pflegedürftige und pflegende Angehörige zu schaffen", sagte Silke Beernink, Geschäftsbereichsleiterin des Geschäftsbereiches Perthes-Altenhilfe Nord im Evangelischen Perthes-Werk e. V. am Montag in Münster. „Am 12. Mai, dem Internationalen Tag der Pflege, fordern wir deshalb von der Politik das Rettungspaket für die Altenpflege!". Dazu versammelten sich Mitarbeitende, pflegebedürftige Menschen und Angehörige vor der Lambertikirche in Münster und stapelten symbolisch große Rettungspakete aufeinander. Außerdem haben sie hunderte von Forderungen und Wünschen gesammelt und in einem Paket an das Bundesgesundheitsministerium in Berlin geschickt. Am Aktionstag Altenpflege der Diakonie beteiligten sich bundesweit über 3.500 diakonische Anbieter von Altenpflege.

„Jeder Mensch möchte am Ende seines Lebens in Würde gepflegt werden. Es darf nicht vom Geldbeutel abhängen, ob man sich das leisten kann", betonte Herr Ulrich Christofczik, Diakonie RWL. Pflegekräfte bräuchten faire Bezahlung und bessere gesellschaftliche Anerkennung. "Nur so können wir mehr Menschen für diesen Beruf gewinnen." Dazu gehörten auch eine qualifizierte Ausbildung und attraktive Aufstiegsmöglichkeiten. Unverzichtbare Arbeit leisteten die vielen pflegenden Angehörigen. Sie müssten stärker entlastet und wertgeschätzt werden. „Um dies alles zu erreichen, muss die Pflege finanziell gestärkt werden. Hierfür zu sorgen, ist Aufgabe der Politik", erklärte Christofczik.

Die Diakonie hatte bundesweit ihre Pflegeheime und Pflegedienste aufgerufen, am Internationalen Tag der pflege am 12. Mai 2014 auf die kritische Situation im Pflegebereich aufmerksam zu machen und von der neuen Bundesregierung ein Rettungspaket für die Altenpflege zu fordern.

Ehrenamtstag 2016

Epiphanias-Konferenz 2016