Das Walpurgis-Haus verpflichtet sich dem Ziel, entsprechend dem Betreuungsbedarf behinderter Menschen in der Region ein Versorgungsangebot zu machen. Dies geschieht bereits jetzt in den Wohngruppen im Gebäude Oestinghauser Straße, in den ausgelagerten Wohngruppen in Borgeln und Herzfeld, im Rahmen des stationären Einzelwohnens in angemieteten Wohnungen in Soest und dem Angebot des Betreuten Wohnens.
Selektionsmechanismen führten und führen zum Teil auch weiterhin zu einer Ausgliederung schwerer behinderter und älterer behinderter Menschen in Zentralanstalten. Die Folge ist eine geringe Besuchshäufigkeit. Der Umzug in diese Einrichtungen führt oft zum Abbruch sämtlicher Sozialbeziehungen; dort gibt es wenige kommunikative, sozialkontakt-initiierende Bewohner, dafür viele mit einem hohen Pflege- und Aufsichtsbedarf; das Personal ist oft überfordert und kann den Bedürfnissen der Bewohner kaum gerecht werden.
Wohnhäuser für lebenslanges Wohnen
Die gemischt zusammengesetzten Wohngruppen unterstützen das lebenslange Wohnen; anregungsarme Wohn- und Arbeitsbedingungen, wie sie in Gruppen homogen schwerer behinderter Bewohner wahrscheinlich sind, lassen sich vermeiden. Die Teilnahme an einem normalisierten Zusammenleben (abwechslungsreiche Sozialkontakte und Alltagsstruktur) regt emotional und kognitiv an und entfaltet ein breiteres Spektrum kulturell üblicher Verhaltensweisen und Kompetenzen, als das in einem hauptsächlich auf Betreuer-Bewohner Interaktionen beschränktem Wohnmilieu der Fall ist.
Den „fitteren" Bewohnern eröffnen schwerer behinderte Mitbewohner neue Erfahrungsbereiche:Sich Kümmern um Mitbewohner, Helfen, Zeigen, Mitnehmen, Aufpassen, Gernhaben, Dirigieren, „Managen" etc.
Das Zusammenleben mit noch aktiven Werkstattmitarbeitern erleichtert WfB-Rentnern den Übergang in den Ruhestand, da der Kontakt zur WfB nicht abrupt abbricht. Dieser Wohnverbund bietet ein größeres Anforderungsspektrum für Mitarbeiter.

