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Dank des Fördervereins sind Mittwoch und Freitag, sowohl für die Bewohner des Perthes-Hauses, als auch für die vierjährige Mischlingshündin Kessy, ganz besondere Tage. Mittwochs besucht Kessy, zusammen mit ihrer Therapiehundführerin Anna-Katharina Braune, diejenigen Bewohner, die ihr Bett nur noch selten verlassen können in ihren Zimmern. Schon auf dem Weg zu den Zimmern merkt man der kleinen Hündin die Vorfreude deutlich an und wird sie dann hinein gebeten hört das Schwanzwedeln gar nicht wieder auf. Besonders gerne liegt sie dann auf ihrer Decke, direkt neben den Bewohnern, im Bett und lässt sich streicheln. Dabei vermittelt sie ein Gefühl von Wärme und Nähe und lässt die Seniorinnen und Senioren häufig entspannt zur Ruhe kommen. Manche Bewohner erinnern sich in dieser Situation auch gerne an eigene Haustiere zurück und es kommt nicht selten zu Gesprächen über schöne Erlebnisse mit diesen Tieren oder zu einem Austausch unter Hundekennern, über Themen wie die richtige Fütterung oder die Hundeerziehung. Liegt Kessy gerade nicht im Bett und lässt sich streicheln, so lässt sie sich ebenso gerne mit Leckerchen verwöhnen, die sie ganz vorsichtig aus den Händen der Seniorinnen und Senioren nimmt.
Auch Freitags ist Kessy schon auf dem Weg zum Perthes-Haus voller Vorfreude, denn sie weiß schon ganz genau, dass Freitags immer Spiele in der Eingangshalle geplant sind und sie bereits erwartet wird. Sind dann alle Materialien, wie etwa Hütchen um Futter darunter zu verstecken oder Holzspiele bei denen Kessy ihre Geschicklichkeit beweisen muss, an ihrem Platz und ist Kessys Spielteppich ausgerollt, kann es endlich losgehen. Bevor nun gemeinsam Spiele gespielt werden, die sowohl die Motorik als auch die Kognition der Bewohner ansprechen, möchte Kessy natürlich erst einmal jeden Bewohner begrüßen. Dabei geht sie von Person zu Person und lässt sich ausgiebig streicheln oder mit Futter verwöhnen und nimmt so Kontakt zu jedem einzelnen auf. Gerne lässt sich die Mischlingshündin auch mit ihrem Massagehandschuh bürsten und hält dabei solange geduldig still, bis jedes Haar an seinem Platz ist und das Fell zur Zufriedenheit Aller glänzt. Beim Spiel fordert Kessy, durch ihre fröhliche und lustige Art, die Bewohner dazu auf, ihr Lieblingsspielzeug zu verstecken, ihr einen Ball zu werfen, Futter in ihr Holzspielzeug zu füllen, dass Kessy dann suchen muss oder aber auch Kommandos für kleine Kunststücke zu geben. All dies bringt die Bewohner in Bewegung und sorgt jedes Mal für viel Heiterkeit und Lebendigkeit in der Eingangshalle.
Für Kessy sind solche Nachmittage oder auch die Besuche in den Zimmern der Bewohner Spiel und Arbeit zugleich, denn Kessy ist kein gewöhnlicher Hund. Die Mischlingshündin aus dem Hagener Tierheim hat, zusammen mit ihrer Therapiehundführerin, eine Ausbildung zum Therapiebegleithundteam bei „Socialdogs" absolviert und hat dabei gelernt, Menschen zu aktivieren und sich auch in ungewohnten Situationen oder bei etwas ungelenken Berührungen angemessen zu verhalten. Das bedeutet für den Hund ein hohes Maß an Konzentration während der Therapiehundeinsätze und setzt ein einwandfreies Wesen voraus, dass zu Beginn der sechs monatigen Ausbildung in einem Eignungstest unter Beweis gestellt werden muss. Besteht der Hund dann am Ende der Ausbildungszeit eine Abschlussprüfung und absolviert sein Therapiehundführer eine Klausur über Fragen der Hundeerziehung, der Einsatzplanung, zu rechtlichen Voraussetzungen und zu Hygienestandards erfolgreich, so steht einer Arbeit als Therapiebegleithund, wie etwa im Perthes-Haus, nichts im Wege.
Anna-Kathrina Braune

